172.16.16.11

Es war einmal eine wunderschöne blau und weiß gesprenkelte Orchidee. Die stand an einem geheimen Ort, an dem es niemals regnete, und oft war sie des Abends durstig und sehnte sich nach einem Quell reinen Wassers, von dem sie sich laben konnte. Weil sie so einsam und verlassen war, wurde sie traurig und sprach: Ach gäbe es doch ein Band, das mich verbindet mit dem Fliessen und Wogen der Welt. Aber es wollte kein Königssohn sich aufmachen, kein Müllersbursch sein Bündel schnüren und kein Butt den Amazonas hinaufschwimmen um die Orchidee zu tränken. Denn wo sollte sie zu finden sein?

Einem jungen Maker aber erschien der Ort im Traum, und er nahm, was ihm zu Füßen lag, und rastete nicht eher, als bis er eine Wasserpumpe, ein Stück biegsamen Schlauches, einen Mikroprozessor und einen Weg ins Internet gefunden und zusammengefügt hatte mit seinen kundigen Händen.

Doch das Werk wollte ihm nicht recht gelingen, die Pumpe tränkte was immer sich ihr darbot, ohne Unterscheidung, denn sie wusste nicht anders und hielt sich an ihr Gebot.
Als der Schaden überhand nahm, Ländereinen unter Wasser standen, im ganzen Königreich die Tiere und Menschen ertranken, und der Nutzen sich nicht einstellen wollte, erschien dem Maker im Traum die Orchidee und flüsterte ihm zu: „172.16.16.11.“
Tags darauf fügte er sie in seine Gerätschaft ein und fiel darauf in einen tiefen erholsamen Schlaf.

Die Orchidee aber empfing von diesem Moment an jedesmal, so die Zahl 172.16.16.11. eingegeben ward im Umkreis des ex-Teppich einen lieblichen Schwall erquickenden Wassers. Die drei Könige aber, in deren Reich der ex-Teppich jeweils zu einem Drittel lag, erfreuten sich an der Blüte so sehr, dass sie ihre hübschesten Töchter an Nerds verheirateten und all ihre Reichtümer in das Internet of Things investierten.

So leben sie alle heute noch glücklich, wenn sie nicht gestorben sind.

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